In einem kurzen Interview hat der Fotograf und Fotodesigner Patric Böttcher Frage und Antwort gestanden, da er seit einiger Zeit regelmäßig sein Umfeld inspiriert. Er erzählt von seinem Leben, seiner Fotografie und seinen Inspirationsquellen. Seine Fotos stellt er auf verschiedensten Onlineplattformen wie  z.B. Facebook und Instagram zur Schau.

Hallo Patric, einige werden dich bereits vom „Social Network“ facebook oder aus bekannten Fotocommunities kennen, manche vielleicht aber noch nicht. Stelle dich deshalb doch bitte kurz vor.

Hallo, ich heiße Patric Böttcher und ich wurde 1976 in der wasserreichen und historischen Havelstadt Brandenburg geboren. Derzeit wohne ich in Berlin. Neben der Fotografie bin ich leidenschaftlicher Mountainbiker, schraube für mein Leben gern an Fahrrädern rum und versuche noch Zeit für ein wenig Neues zu finden.

Was machst du beruflich?

Eigentlich war ich Projektmanager im Marketing und davor Produktmanager Hardware beim drittgrößten Mobilfunkunternehmen in Deutschland, habe mich aber nun dazu entschlossen meiner Leidenschaft nachzugehen und hab mich mit meiner Fotografie selbstständig gemacht. Ich würde mich selbst als Photoholic beschreiben.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Irgendwann, ich glaube es war im Spätsommer 2008, blätterte ich in meinem einzigen Fotoalbum was  ich hatte. Es war das Album was wohl jeder von Geburt an hat. Von den „niedlichen“ Babyfotos bis zu den Jugendweihebildern. Aber genau da war bei mir Schluss! 1990, Jugendweihe, das erste coole Mountainbike vom Jugendweihegeld, die viel zu bundfaltige Hose, das war´s. Zwischendurch flattert mal das ein oder andere Foto, eher Schnappschuss, aus den “Endneunzigern“ rum aber mehr nicht. Und genau in diesem Moment wurde mir klar, mir fehlen fast zwei Jahrzehnte von meinem Leben die fotografisch nicht festgehalten wurden. Von diesem Augenblick an habe ich angefangen mich etwas näher mit der Fotografie zu beschäftigen und war eigentlich immer daran fasziniert Momente einfach nur festzuhalten.

patpix people fotograf berlin
©Jennifer Adler

Mit welchem Equipment arbeitest du und warum?

Zum Anfang hatte ich mir eine Kompaktkamera gekauft, Sony DSC-H3. Kurz danach die erste Bridge-Kamera, die Sony DSC-R1. Eine wirklich gute Kamera mit einem APS-C Sensor wie er in Spiegelreflexkameras verbaut wird. Als ich immer tiefer in die Welten und Möglichkeiten der Fotografie eintauchte, war es im Oktober 2009 an der Zeit mir meine erste Spiegelreflex anzuschaffen, die Canon EOS 50D. Mit der Zeit folgten einige verschiedene Objektive und alles Mögliche an Zubehör. Bis heute arbeite ich mit der 50D. Für die Canon habe ich mich entschieden, weil sie mir, nach vielem ausprobieren und recherchieren, von der Haptik und Bedienung am besten gefallen hat. Ich muss einfach so gut und schnell wie möglich an alle Bedienelemente kommen. Dazu ein einfaches und intuitives Menü, fertig. Rein technisch kann man sicherlich alles messen und vergleichen, aber im direkten Klassenvergleich nehmen sich die Systeme der Hersteller nicht wirklich viel. Das „Teil“ muss einfach zur Hand passen! Ach so, fasst vergessen. Meine „Immerdabeikamera“, ja ich habe sie immer im Rucksack, ist eine Ricoh GX200. Eine kleine Kompakte die auch das .raw-Format kann und an der alles manuell einzustellen geht.

Was inspiriert dich?

So vieles, das Licht zu den verschiedensten Tageszeiten, interessante Gesichter, die Natur in all ihren Formen und Farben, Kunst aus anderen Bereichen, einfach das was uns der Alltag in seiner geballten Form darbietet. Man muss nur mit offenen Augen durch die Welt blicken und Momente genießen können. Die Inspiration kommt von allein!

Was sind deine Lieblingsmotive und warum? Was reizt dich besonders daran?

Man hat so viele tolle Momente, die es gilt festzuhalten. Da kann ich mich momentan kaum auf bestimmte Lieblingsmotive festlegen. Dennoch beschäftige ich mich in letzter Zeit immer mehr mit der „People-Photography“ und dort eher im Bereich Portrait/Beauty/Fashion. Es ist einfach ziemlich interessant, wenn man sich vorher ein genaues Konzept zum Shooting erstellt. Man macht sich konkrete Gedanken über das Outfit, die Location, Haare und Make-up und immer hab ich auch schon die passenden Bilder dazu im Kopf. Mindestens genauso spannend finde ich das Gegenteil, einfach Kamera eingepackt und raus auf die Straßen. Es gibt so viele Details zu erleben, dass man alles andere um sich herum vergessen kann. Egal ob Natur oder Architektur, der Reiz liegt oft im Zusammenspiel bzw. besteht in den Gegensätzen der beiden.

Wie wird man deiner Meinung nach besser?

Man muss seinen Stil finden und ihm treu bleiben, dabei aber immer wieder neue Dinge ausprobieren. Einfach machen und sich Fotos genau anschauen, sich Zeit nehmen. Meiner Meinung nach wird man dadurch immer besser. Man wird immer was dazu lernen können, sein Leben lang. Ich zitiere gern und deshalb auch an dieser Stelle: „Die Fähigkeit, Ideen und Impulse ohne Strangulation und ohne Angst vor Lächerlichkeit auszudrücken, ist ein wesentlicher Aspekt der Kreativität – der Selbstverwirklichung.“ Abraham Maslow

Vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast die Fragen zu beantworten und weiterhin viel Erfolg.

Ich danke auch.